Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren,


ich begrüße Sie zu den 19. Literaturtagen der Stadt Landshut. Für viele Autoren und Kulturschaffende steht derzeit Europa sowohl im historischen Kontext als auch hinsichtlich aktueller politischer Themen im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Wir nehmen dies zum Anlass, über drei Wochen die verschiedensten Romane und Reisebeschreibungen, Erfahrungsberichte und Kabaretttexte, Gedichte und Vorträge zum Thema EUROPA vorzustellen. Ich freue mich auf zahlreiche und unterschiedlichste Autoren und literarische Gäste aus Landshut, Deutschland und Europa und lade Sie herzlich ein, die Veranstaltungen zum diesjährigen Motto "Europa liest sich gut!" zu besuchen.

Die Staaten Europas verbindet eine gemeinsame kulturelle, politische, rechtliche und ideelle Geschichte. Europa ist nicht nur ein Subkontinent auf der Landkarte, sondern Europa lebt auch zwischen Buchdeckeln. Die 19. Landshuter Literaturtage möchten einige literarische Schätze aus und über Europa heben. Sie sollen uns mit unseren europäischen Nachbarn vertraut machen, sollen uns auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Landschaft, des Lebens und der Kultur in Europa neugierig machen. Sie sollen zeigen, dass sich Europa nicht über "Außengrenzen" definiert, sondern über die gemeinsame Geschichte und Kultur der Menschen, die in Europa leben. Wirtschaftlich kann sich Europa nur behaupten, wenn es als Einheit auftritt. Doch wie sieht es in anderen Bereichen aus? Ganz aktuell: Wie viel separatistische Bewegungen können wir aushalten, wie viel europäischer Zusammenhalt muss sein?

Kommunale Kulturpolitik soll Räume schaffen, in denen Austausch und Auseinandersetzung über kultur- und gesellschaftspolitische Fragen Raum gegeben wird. Die Literaturtage in Landshut haben in den vergangenen Jahren Themen aufgegriffen, die Landshut und Niederbayern betreffen, die aber auch über die Region hinaus Menschen bewegen, wie beispielsweise Auswanderung, Volkstheater oder Heimatkrimi. Mit dem diesjährigen Motto "Europa liest sich gut!" soll es um die Auslotung des Ideals und der Realität Europas gehen: Ängste, Rechtsradikalismus, Arbeitsbedingungen, aber auch Aussöhnung und die Erkundung der europäischen Landstriche stehen im Mittelpunkt.

Ich möchte Sie neugierig machen auf die Vielschichtigkeit und Schönheit Europas und der europäischen Sprachen. Den Anfang macht der Kabarettist Sebastian Schnoy mit seinem Programm "Hauptsache Europa!" in der Auftaktveranstaltung. Zu Gast sind außerdem mit ihren neuen Büchern Monika Maron, Francesca Melandri, Ana Zirner, Harald Grill, Jaroslav Rudiš und Catalin Dorian Florescu. Ich freue mich besonders, dass auch zahlreiche Kulturschaffende und Schüler aus Landshut und der Region eigene oder "europäische" Texte schreiben, lesen bzw. vorstellen werden. Allen danke ich sehr für ihre Beiträge! Ihnen wünsche ich viele angenehme Stunden!

Ihr
Alexander Putz
Oberbürgermeister


Zum Thema

Wir sind Europa!?


In diesem Jahr brechen die Landshuter Literaturtage auf zu neuen Ufern. Wir erweitern unser Konzept weit über unsere Region hinaus. Auch Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben immer schon neugierig über Grenzen hinweggeschaut – eine Blickrichtung, die wir in dieser nervösen Zeit bewusst einnehmen wollen.
Europa ist grandios in seiner Vielfalt. Jede Region auf dem Kontinent ist eine Schnittstelle zwischen den europäischen Regionen und Heimaten und den ihnen eigenen Traditionen. Auch Landshut ist eine solche Schnittstelle, um Europa erfahrbar zu machen, spürbar zu machen, – literarisch, erzählerisch, poetisch. Bei den Literaturtagen wollen neugierig sein und nachschauen: Was ist das eigentlich dieses Europa? Wie klingen andere Sprachen? Wie lebt, schreibt und liest es sich auf einem vielsprachigen Kontinent? Wie geht es anderswo zu? Wie fühlt sich Migration an?
Wir laden Sie also ein, uns bei der Erkundung Europas zu begleiten. Bei der Zusammenstellung des Programms haben wir darauf geachtet, so abwechslungsreich wie möglich diese Vielfalt abzubilden. Wir reisen, plaudern, forschen. Deshalb haben wir Wert darauf gelegt, nicht einfach nur Lesungen zu organisieren, sondern mit den Autoren ins Gespräch zu kommen – über ihre Texte, über Mehrsprachigkeit, Migration, Mut und Angst, die sich immer auch mit einer sich dauernd verändernden Welt verbindet. Und selbstverständlich wirken, wie seit Anbeginn der Literaturtage, auch heuer wieder sehr viele bekannte Landshuter mit: Sie haben sich kreativ und inspiriert dem Thema gestellt, von Landshutern für Landshuter.

Wir wünschen Ihnen unterhaltsame und informative Stunden bei den Landshuter Literaturtagen!

Uta Spies M.A.
Kulturbeauftragte der Stadt Landshut

Christian Muggenthaler
freier Journalist und Autor


Träger der Landshuter Literaturtage:
Stadt Landshut
unterstützt von:
Bayerisches Statsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst Bezirk Niederbayern, Kulturstiftung